Bodenverbrauch, -schutz und -Management der heimischen Agrarflächen

 

Dr. Weinberger, Agrar-Landerat Hiegelsberger und Präsident Ing. ReiseckerDer Druck auf den Boden wird zunehmend höher. Die Fakten legen nahe, dass es ein gemeinsames Umdenken und abgestimmtes Handeln braucht.

Täglich verliert Österreich über 20 Hektar Boden, das entspricht in etwa der Fläche eines durchschnittlichen Bauernhofes. Schreibt man diese Entwicklung fort, wäre das österreichische Ackerland in etwa 200 Jahren völlig verbaut. Auch in Oberösterreich wird jeden Tag fruchtbares Ackerland durch Städteerweiterung, Siedlungsbau, Verkehrswege oder Industrie versiegelt. Bei der Wahl der Standorte spielen ökonomische Kriterien eine weitaus größere Rolle als ökologische.

Österreichweit sind 43 Prozent der Fläche von Wald bedeckt. Die restlichen 57 Prozent sind einerseits in jeweils 16 Prozent Grünland (auch Almen) und Ackerland aufgeteilt, sechs Prozent sind verbaut und der Rest gliedert sich in Wasserflächen und Ödland wie Gebirge auf. 31.373 Quadratkilometer (37,4 Prozent) der Bundesfläche stehen zurzeit als Dauersiedlungsraum zur Verfügung, das ist der für Landwirtschaft, Siedlung und Verkehrsanlagen verfügbare Raum. Davon sind 4.448 Quadratkilometer Bau- und Verkehrsflächen, wobei diese Bereiche seit 2004 um mehr als sechs Prozent zugenommen haben. Dem gegenüber ist die Bevölkerungszahl im vergleichbaren Zeitraum um 2,6 Prozent gestiegen. Im Zeitraum 2007 bis 2010 liegt der tägliche Verbrauch der Bau- und Verkehrsflächen bei elf Hektar. Zusammen mit den Bergbau- und Freizeitflächen ergibt sich eine jährliche Flächeninanspruchnahme von durchschnittlich 20 Hektar pro Tag.