Die gemeinsame Agrarpolitik der EU 2021-2027

Präsident Reisecker, Direktor Häusler und Landesrat Hiegelsberger

Mit der bisherigen Umsetzung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) in Österreich wurden seit dem EU-Beitritt wesentliche Schritte zur Einkommenssicherung, zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit, für eine verstärkte Qualitätsorientierung, Ökologisierung und Diversifizierung der heimischen  Landwirtschaft gesetzt. Gerade Oberösterreich ist, als Agrarland Nummer Eins, eine zentrale Säule der österreichischen Landwirtschaft. Die Entwicklungen der Branche betreffen deshalb auch im größten Ausmaß die bäuerlichen Familienbetriebe in unserem Bundesland.

Basis der neuen GAP-Reform ist der mehrjährige Finanzrahmen (MFR) von 2021 bis 2027, der bereits am 02. Mai dieses Jahres veröffentlicht wurde. Für die Gemeinsame Agrarpolitik ist eine Kürzung um 10,6 Prozent vorgesehen. Rechnet man den Anteil des Vereinigten Königreichs am Volumen heraus, würde sich diese Reduktion auf 4,1 Prozent verringern. Die Säule Eins würde um 0,5 Prozent und die Säule Zwei um 15,3 Prozent und somit überproportional reduziert werden. In Österreich würden die Direktzahlungen der Säule Eins um 3,97 Prozent und in Säule Zwei sogar um 14,5 Prozent sinken. In Summe ist für Österreich somit eine Kürzung der EU-Mittel für die GAP um rund 110 Millionen Euro für beide Säulen jährlich vorgesehen, was einer Reduktion um etwa 8,7 Prozent entsprechen würde, obwohl derzeit eine Erhöhung der Beiträge der Mitgliedsstaaten  vorgesehen ist.