Spannungsfeld Biene und Landwirtschaft

Dr. Petra Haslgrübler (Bienenzentrum OÖ), Prof. Dr. Werner von der Ohe und Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger

 

In Österreich sichern über 27.000 Imkerinnen und Imker (Stand 2017; Biene Österreich) mit knapp über 350.000 Bienenvölkern die Bestäubung der Wild- und landwirtschaftlichen Nutzpflanzen. Die Anzahl der Imkerinnen und Imker sowie die bewirtschafteten Bienenvölker waren in Österreich von 1990 bis 2000 rückläufig. Seit dem Jahr 2000 blieb die Anzahl mit zwischenzeitlichen Schwankungen nahezu unverändert.

„Mit 8.200 Imkerinnen und Imkern sowie rund 81.000 Bienenvölkern ist Oberösterreich das Bienenland Nr. 1 und somit das imkerstärkste Bundesland. Dabei sind bereits rund 15 Prozent aller Imker weiblich – dieser Anteil nimmt auch laufend zu – und rund 200 Jungimker sind unter 18 Jahren. Durchschnittlich betreut eine Imkerin oder Imker in Oberösterreich zwischen 10 und 12 Bienenvölker“, erläutert Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger.

„Weltweit ist eine Zunahme an Imkern und Bienenvölkern zu verzeichnen. So nimmt auch in Deutschland seit nahezu zehn Jahren die Zahl der Imkerinnen und Imker zu und seit einiger Zeit auch die Anzahl der Bienenvölker“, sagt Prof. Dr. Werner von der Ohe, Institutsleiter des Bieneninstitut in Celle – Deutschland.

Über 60 Prozent der Wildbienenarten sind in Deutschland bedroht und bei Honigbienenvölkern sind immer wieder erhebliche Überwinterungsverluste zu verzeichnen. Viele Wildbienenarten haben sehr spezifische Ansprüche an ihren Lebensraum. Durch den Verlust dieser Lebensräume sind Wildbienen stark bedroht. Hierzu zählen unter anderem die Versiegelung von Landschaftsräumen durch Ausweitung von Wohn- und Gewerbegebieten, Verbreiterung von Straßen, monotone Gartengestaltung, Flurbereinigungsmaßnahmen und vieles mehr. „Fehlt es an den spezifischen Nährpflanzen, können sich die Wildbienen nicht ernähren. Sind Pflanzen auf sehr spezifische Bestäuberbienenarten angewiesen und fehlt es an diesen, können sich gegebenenfalls auch die Pflanzen nicht vermehren“, erklärt Prof. Dr. Werner von der Ohe.

„Wir sind alle gemeinsam aufgerufen, die Lebensbedingungen für Bienen durch unser tägliches Handeln zu verbessern. Die gegenseitige Schuldzuschreibung bringt uns keinen Schritt weiter. Auch in der Landwirtschaft sind wir daher jeden Tag darum bemüht, den gerade für unseren Berufsstand unschätzbar wertvollen Bestäubern zu helfen“, führt Agrar-Landesrat Hiegelsberger aus.