Start in eine unsichere Saison – Gemüsebauern zwischen Sicherung der Selbstversorgung, Arbeitskräftemangel und Angebotsausbau

Obmann des Verbandes der Obst- und Gemüseproduzenten OÖ Ewald Mayr, Landwirtschaftskammer-Präsidentin Michaela Langer-Weninger, Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger und EFKO-Geschäftsführer Klaus Hraby Fotos: Land OÖ/Kauder

Obmann des Verbandes der Obst- und Gemüseproduzenten OÖ Ewald Mayr, Landwirtschaftskammer-Präsidentin Michaela Langer-Weninger, Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger und EFKO-Geschäftsführer Klaus Hraby
Fotos: Land OÖ/Kauder

„Das Problem zu erkennen, ist wichtiger, als die Lösung zu erkennen, denn die genaue Darstellung des Problems führt zur Lösung“ so schrieb schon Albert Einstein.
Die momentane schwierige Situation der OÖ Gemüsebauern hinsichtlich der fehlenden Erntehelfer wurde und wird noch immer durch die unterschiedlichen Corona Ein- und Ausreisebestimmungen diverser Länder beherrscht.

 

Besonders in der Krisenzeit ist Regionalität in aller Munde. Die Corona-Krise hat klar gemacht, wie systemrelevant die Landwirtschaft und die Lebensmittelerzeugung sind. Oberösterreich weist erfreulicherweise eine starke und vielfältige Landwirtschaft auf. In fast allen Bereichen ist eine hohe Selbstversorgung gegeben. Die Obst- und Gemüsebauern in den traditionellen Anbaugebieten wie dem Eferdinger Becken sichern auch die Versorgung mit frischem Obst und Gemüse. „Die Corona-Krise hat aufgrund der hohen Bedeutung der Landwirtschaft auch für verstärktes Medieninteresse an unseren Betrieben gesorgt. Dabei wurde offensichtlich, dass unsere Gemüse- und Obstbaubetriebe unter sehr herausfordernden Bedingungen arbeiten. Vor allem der Preisdruck in Zeiten des freien Warenverkehrs bringt unsere Betriebe unter Druck, dazu kommt die Frage der Arbeitskräfte genauso wie die Veränderung der klimatischen Bedingungen“, so Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger.

Auch über die Krise hinaus braucht es das klare Bekenntnis der Konsumentinnen und Konsumenten zu regionalen Lebensmitteln. Die regionale Erzeugung und Vermarktung von Lebensmitteln schafft und sichert unmittelbar Arbeitsplätze in der Region, von der Landwirtschaft über das Lebensmittelhandwerk bis zum Leben

smittelhändler. „Allein zehn Prozent mehr regionaler Einkauf sichert rund 20.000 Arbeitsplätze“, betont Hiegelsberger. „Um den heimischen Gemüsebau nachhaltig abzusichern, braucht es nicht den Griff zu den billigsten sondern vielmehr zu den besten, regional produzierten Erdbeeren oder Gurkerln! Wir werden uns daher einen intensiven gesellschaftspolitischen Dialog stellen müssen, warum es notwendig ist, Arbeitskräfte aus dem Ausland nach Österreich zu holen, um uns im innereuropäischen Wettbewerb einmal mehr zu unterbieten. Das alles offenbar nur deswegen, um bei regelmäßigen Preisvergleichen nicht den Kürzeren zu ziehen und Gefahr zu laufen, ausgelistet zu werden.“