Studierende der Agrar-FH Wels im Fernstudium und auf Heimbetrieben voll gefordert – Anmeldung für kommendes Semester offen

  • Studiengang Agrartechnologie und -management hat mit 15. März 2020 auf Fernlehre umgestellt – Studierende sind zusätzlich am eigenen Hof voll gefordert
  • Steigende Studierendenzahlen und zunehmende Internationalisierung seit dem Start des Studiengangs 2018
LR Max Hiegelsberger, Foto: Land OÖ

LR Max Hiegelsberger, Foto: Land OÖ

 

Studiengang Agrartechnologie und -management: Nachwuchskräfte für den Oö. Agrarsektor

Seit nunmehr 18 Monaten besteht der im Jahr 2018 gestartete Studiengang Agrartechnologie und -management. Die Aufgabenstellung vor dem Start war klar: Die Nachwuchskräfte für den starken oberösterreichischen Agrarsektor auf die Herausforderungen der Zukunft vorbereiten. Entstanden ist ein innovativer naturwissenschaftlich-technischer Studiengang, welcher die gesamte Bandbreite der klassischen MINT Schwerpunkte in sich vereint. Abgerundet wird das Studium durch die Fachkompetenz Wirtschaft, in der von BWL über digitales Marketing bis hin zu Innovations-und Produktmanagement die Unternehmensgrundlagen gelehrt werden.

„Was wir heute brauchen, sind innovative Denkansätze zum Thema Nachhaltigkeit, Umweltschutz und Klimawandel. Diese müssen sich die großartigen Fortschritte in den Bereichen Technik, Digitalisierung und Automatisierung zunutze machen, um erfolgreich zu sein. Der Studiengang Agrartechnologie fördert Absolventinnen und Absolventen, die sich in beiden Bereichen gleichermaßen auskennen. So können die Herausforderungen der Zukunft  kompetent und fächerübergreifend angegangen werden“, so Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger.

 

Umstellung auf Fernlehre aufgrund des Corona-Virus

Am 15.3.2020 hat die Fachhochschule ihre Präsenzlehre zur Eindämmung des Corona Virus eingestellt. Seitdem werden Lehrveranstaltungen synchron (live) oder asynchron über den Computer abgehalten. „Viele unserer Agrar-Studierenden stammen von einem landwirtschaftlichen Betrieb und tragen aktiv zur Versorgung der Bevölkerung mit heimischen Lebensmitteln bei. Gleichzeitig läuft aber auch das Studium durch technische Möglichkeiten der Fernlehre weiter. Daher sind die Studierenden nun doppelt gefordert. Im Agrarbereich ist die Verbindung von Theorie und Praxis aber ohnehin immer gegeben. Jetzt kann das erworbene Wissen unmittelbar in der landwirtschaftlichen Arbeit angewendet werden“, so Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger.  

„Es ist schön zu sehen und zu lesen, dass viele unserer fleißigen Studentinnen und Studenten kreative Wege gefunden haben, die Fernlehre mit der täglichen Arbeit zu verbinden: Fernlehre à la Agrar. Die auf unseren Aufruf hin eingelangten Bilder zeigen humorvoll auf, wie unsere Studierenden die Fernlehre umsetzen,“ so Studiengangsleiterin Claudia Probst Ph.D.: „Aber auch Studierende aus anderen Studiengängen haben bereits angefragt, wie sie als Erntehelfer einspringen können. Die Fachhochschule Oberösterreich unterstützt die Aktion http://www.lebensmittelhelfer.at/  aktiv. Die FH OÖ ist eine große Familie und wir sind stolz auf das Engagement unserer Studierenden in dieser ungewohnten Zeit.“

 

Die Studierenden des Studienganges Agrartechnologie und -management verbinden Studium und Arbeit am eigenen Bauernhof:
Fotonachweis: Fotos der Studierenden zugleich Abgebildete(r) und Fotocredit im Titel.

Hofstudium Jakob Lang

Hofstudium Jakob Lang

Hofstudium Lothar Waizenauer

Hofstudium Lothar Waizenauer

Hofstudium Lisa Pickl

Hofstudium Lisa Pickl

 

Hofstudium Katrin Brunnmayr

Hofstudium Katrin Brunnmayr

Hofstudium Michaela Sandmayr

Hofstudium Michaela Sandmayr

 

 

 

 

 

 

 

 

Inhaltliche Ausgestaltung des Studiums

Das Studium setzt sich folgendermaßen zusammen:

  • Fachkompetenz Technik (55,5%), u.a.: Mathematik, Grundlagen IT und Datenmanagement, Mechanik und Elektrotechnik, Verfahrenstechnische Grundlagen und Produktentwicklung, Landwirtschaft 4.0 (Anwendung der Sensorik und Automatisierung und Anwendungen der Digitalisierung), Grundlagen Agrarische Produktion, Agrartechnik, Energie- und Umwelttechnik, GIS, Tierische Produktion, Drohnen in der Landwirtschaft
  • Fachkompetenz Naturwissenschaften (19,5%), u.a: Chemie/Biochemie, Botanik, Tierphysiologie, Bodenkunde, Allgemeine Pflanzenproduktion, Phytopathologie und Pflanzenschutz, Forstwirtschaft, und Biologische Landwirtschaft
  • Fachkompetenz Wirtschaft (19,5%), u.a.: BWL, Bilanzierung/Kostenrechnung, Investition/Finanzierung/Controlling, Qualitätsmanagement und Recht, digitales Marketing, Innovations- und Produktmanagement, und Geschäftsmodelle
  • Transferkompetenzen (5,5%): Englisch, Kommunikation, Präsentations- und Verhandlungstechniken, Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens

 

Entwicklung der Studierendenzahlen

Bei den Bewerbungen für das erste Studienjahr 2018/19 (58 Bewerbungen aus vier Ländern für 30 Studienplätze) und das zweite Studienjahr (53 Bewerbungen aus fünf Ländern) lag der Frauenanteil bei rund 40 Prozent. Ein Beweis dafür, dass das Studium mit seinen Schwerpunkten für beide Geschlechter interessante Inhalte liefert. „Insbesondere unsere weiblichen Bewerber fühlen sich sehr stark angesprochen, da die Technik, von den Grundlagen bis zur Anwendung, in direktem Zusammenhang mit den Naturwissenschaften gelehrt wird“, so Studiengangsleiterin Dr. Claudia Probst.

Derzeit studieren 50 Studierende in Vollzeit. 33 Studierende haben im Oktober 2019 im 2. Jahrgang das Studium begonnen, 30 weitere folgen im Oktober 2020.

 

Positive Entwicklung des Studiengangs in den letzten 18 Monaten

Seit Januar 2020 sind fünf hauptberufliche MitarbeiterInnen für den Studiengang beschäftigt. Daneben wird stark auf fachlich einschlägige ExpertInnen zurückgegriffen. Diese aktuell zwölf nebenberuflich Lehrenden sind ExpertInnen aus der Wirtschaft (z.B. Pöttinger, Schauer, Beiselen) und Institutionen (z.B. Amt der Oö. Landesregierung, Business Upper Austria, OÖ Tiergesundheitsdienst). Sie vermitteln aus erster Hand facheinschlägige wissenschaftliche Kompetenz in berufsfeld-relevanten Bereichen.  „90 Prozent unserer nebenberuflichen Lehrenden haben sich auf Eigeninitiative beworben, weil sie den Studiengang als notwendig und als sehr positive Entwicklung für die Landwirtschaft in Österreich ansehen“, erläutert Probst.

 

Zunehmende Internationalisierung und Austausch über Ländergrenzen hinweg

Neue Partnerverträge mit internationalen, auf Landwirtschaft spezialisierte Hochschulen wurden abgeschlossen, u.a. mit der Hochschule Weihenstephan in Deutschland, HAS University of Applied Sciences in den Niederlanden und Universidad Autónoma Chapingo in Mexiko. Zwei Studenten befinden sich bereits im Auslandssemester in den Niederlanden, und vier weitere werden im Herbst ein Austauschsemester in Mexiko, in den USA und in Deutschland absolvieren.

Die Forschung & Entwicklung nimmt eine zentrale Stellung im Studiengang ein und hat sich in den letzten 18 Monaten rasant entwickelt. Derzeit laufen je ein regionales und ein grenzübergreifendes (Österreich-Bayern) Forschungsprojekt und zwei internationale Projekte (Indien und Mosambik). Die Themenbereiche der Forschung sind genauso vielfältig wie das Studium im Allgemeinen und beinhalten die Entwicklung von Geschäftsmodellen für Waldtourismus in Österreich und Bayern (zusammen mit der TH Deggendorf, PMU, BFW/Waldcampus), den Einsatz von Drohnen für einen (kosten-, zeit-, umwelt-) effizienten Pflanzenschutz in Österreich (in Kooperation mit Agrarfly und Beiselen), und die Entwicklung von Technologien zur Erhöhung der Lebensmittelsicherheit für Kleinstbauern in Entwicklungsländern (in Kooperation mit MARS Confectionary, Tanager Intern, und Helvetas Intern.) Weitere Projekte sind geplant.

 

Die Bewerbung für das kommende Wintersemester (Studienstart 1.10.2020) ist jederzeit ONLINE möglich. https://www.fh-ooe.at/studieren/bewerbung/

Noch nicht ganz überzeugt? Einfach zum ‚Studieren probieren‘ anmelden. Per E-Mail einen Termin im Sekretariat ausmachen (sekretariat.agr@fh-wels.at) und online an einer Lehrveranstaltung teilnehmen und mit den Studentinnen und Studenten chatten. Oder, wenn Präsenzveranstaltungen wieder angeboten werden, einen Tag mit den Studentinnen und Studenten an der FH OÖ in Wels verbringen. Niemand erklärt das Studium besser als die Studentinnen und Studenten selbst.