Zukunftsthema Abgestufte Grünlandwirtschaft

Aufteilung in ertragsbetonte und nutzungsreduzierte Wiesen sorgt für vitale Böden, gesunde Kühe und eine hohe Artenvielfalt

 

GF Umweltdachverband Mag. Gerald Pfiffinger, LK-Präsidentin LAbg. Michaela Langer-Weninger, Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger, Direktor Ing. Johann Gaisberger, Bioschule Schlägl präsentieren die Abgestufte Grünlandwirtschaft

Schafe, Ziegen und vor allem Kühe zeichnen sich durch ihre Fähigkeit aus, Grünfutter in für Menschen nutzbare Kalorien umzuwandeln. Die Futtergrundlage dafür produzieren die rund 220.000 ha Grünland in Oberösterreich. Aufgabe der Bäuerinnen und Bauern ist es, die Artenzusammensetzung im Grünland zu optimieren und die Ernährung des Bodens zu gewährleisten. Produktives Grünland wird bis zu fünfmal im Jahr beerntet, um eiweißreiches Grundfutter für die Rinderhaltung zu erhalten. Dabei werden dem Boden eine Menge Nährstoffe entzogen, die in Form der tierischen Ausscheidungen wieder ersetzt werden müssen. Der Boden wird sozusagen mit Gülle oder Festmist „ernährt“. Werden nicht genügend Nährstoffe zurückgeliefert, verringert das über die Jahre die Nährstoffverfügbarkeit, den Anteil organischer Stoffe und das Bodenleben. Der Boden verliert an Produktionskraft.

Die oftmals gleichförmige Nutzung aller Grünlandflächen eines Betriebs mit einer deutlichen Tendenz zur Erhöhung der Nutzungsanzahl ist aktuell zumeist die Regel.
„Das Konzept der Abgestuften Grünlandwirtschaft beruht darauf, dass die einem Betrieb zur Verfügung stehenden Grünlandflächen unterschiedlich intensiv bewirtschaftet werden. Neben der unterschiedlichen Anzahl an Nutzungen, also den Schnitten den Grünlandaufwuchses, werden auch die Ernährung der Pflanzen durch die Rückführung von Nährstoffen und die Auswahl des Pflanzenbestandes auf den Flächen unterschiedlich gestaltet“, erläutert LK-Präsidentin Michaela Langer-Weninger.

Die Ziele der Abgestuften Grünlandwirtschaft sind:

  •  Hohe Futterqualitäten für eine tier- und leistungsgerechte Fütterung.
  • Entzugsorientierte Nährstoffversorgung der ertragsbetont geführten Grünlandflächen.
  • Nutzungsangepasste Pflanzenbestände für optimale Mengenerträge.
  • Nährstoffbilanzierung bezogen auf den gesamten Betrieb.
  • Nutzungsreduziert geführte Grünlandflächen zur Nährstoffoptimierung der ertragsbetonten Flächen.
  • Langfristiger Nährstoffentzug auf nutzungsreduzierten Flächen zur Etablierung von Magerstandorten und der damit verbundenen Artenvielfalt.

Ertragsbetonte Flächen, die vier- bis fünfmal geerntet werden und denen nach jeder Nutzung die entsprechenden Nährstoffe durch den Wirtschaftsdünger ersetzt werden, bestehen neben nutzungsreduzierten Flächen, die nur zweimal im Jahr gemäht werden und keine Nährstoffe zurück erhalten.